Buddhismus & Business Blog

Grundwissen Buddhismus

Dauerhaftes Glück – schon mal gehabt?

Auszug aus “Buddhismus und Business”

Lotus crystal BuddhaWir leben in einer Welt, die uns an jeder Ecke und in jeder Minute Dinge und Ideen verkaufen will, die uns angeblich glücklich machen. Die Werbe- und Marketingindustrie ist eine Milliardenbranche. Warum? Weil wir so empfänglich dafür sind, erzählt zu bekommen, dass dieses Auto, jener Traumurlaub, die Diamantohrringe und das schönste Kleid, die beste Antifaltencreme (und das alles abgesichert von der sichersten Versicherung) uns glücklich machen können. Den noch fehlenden Traumpartner gibt’s natürlich auch – und zwar in dieser oder jenen tollen Partnerschaftsbörse im Internet… sagt zumindest die Werbung.

Komisch, dass irgendwie selten jemand tatsächlich genug zu haben und wunschlos glücklich zu sein scheint, oder? Die wenigsten Superreichen spenden mal zumindest einen Teil Ihres Vermögens für humanitäre Zwecke… obwohl sie doch kaum wissen, wohin mit ihrem Geld, scheinen sie immer noch nicht genug zu haben. Egal, wie viel sie haben – wie viele Kleider im Kleiderschrank, wie viele Luxusschlitten in der Garage, wie viele Wochenendhäuser auf der ganzen Welt verteilt – die meisten wollen immer noch mehr. Und die Industrie ist ungemein erfinderisch darin Dinge zu erfinden, die nun wirklich absolut niemand braucht – außer Leuten, die kaufen und kaufen und kaufen – egal wie reich und immer in der Hoffnung, dass sie irgendwann genug von irgendwelchen Dingen haben und dadurch glücklich sein werden.

Was sie nicht sehen ist, dass sie nichts davon später mitnehmen können und es bestenfalls für dieses Leben reicht. Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt eine alte Volksweisheit. Die Menschen sehen nicht, dass sie sich mit jedem Kauf auch verletzlicher machen. Dass der Druck immer größer wird, diese Dinge, die man angehäuft hat, zu beschützen. Die meist unbewusste Angst steigt, dass sie einem weggenommen werden könnten, seien es Materielles oder der Liebste oder andere vergänglichen Glückzustände.

Das Glück, nach dem wir alle suchen, ist nichts, was wir irgendwo außerhalb finden können. Es entsteht nicht, indem wir unserem »Ich« irgendetwas hinzufügen und es so komplett oder perfekt machen könnten. Jeder Mensch und jedes andere Wesen ist aus buddhistischer Sicht in sich perfekt und trägt alle erleuchteten Eigenschaften bereits in sich. Buddha sagt, dass jedes Wesen die »Buddhanatur« hat. Unser Geist ist im Laufe unzähliger Leben lediglich von störenden Gefühlen und daraus resultierenden Karma- Altlasten so verschleiert worden, dass diese uns innewohnenden erleuchteten Qualitäten sozusagen völlig verschüttet sind. Aber sie sind alle da und warten darauf, wieder eingesetzt zu werden.
Daher geht es also darum, diese Schleier wieder von unserem Geist zu entfernen. Und die gute Nachricht ist: das ist machbar. Durch das Verinnerlichen und das geistige und praktische Anwenden der Lehren Buddhas – und durch bestimmte buddhistische Meditationen, die einen reinigenden Effekt auf den Geist haben.

Es gibt also nichts, was wir von außen hinzufügen oder besitzen müssten, um dauerhaft glücklich zu sein. Und dies ist das große Geschenk buddhistischer Meditationen – es mag noch einige Zeit dauern, bis wir erleuchtet werden und diesen Zustand größten, unbedingten Glücks ununterbrochen erleben können – aber in der Meditation bekommt man schon für einige Sekunden oder sogar Minuten und Stunden einen Eindruck von dieser unbegrenzten Freude. Und das macht geradezu süchtig. Hat aber keine unerwünschten Nebenwirkungen!